Honky-Tonk, Bluegrass, Cajun und Tex-Mex

 

 

Die einzelnen Stile und Instrumente

 

In den dreißiger Jahre begann sich ein neuer Musikstil zu etablieren: die Honky Tonk Music. Unter einem Honky Tonk versteht man einen Saloon, in dem meist Arbeiter den Feierabend verbrachten. Da es dort immer sehr laut zuging, hatte die akustische Hillbilly-Music keine Chance. Man benötigte elektrisch verstärkte Gitarren. Größter Honky Tonk-Stilist war Ernest Tubb, der als Texas-Troubadour unvergeßlich wurde.
  
Die Steelgitarre hielt Einzug. Sie wurde zum tragenden Instrument der Countrymusic. Die Steelgitarre entstand aus der Hawaiigitarre, die man flach auf den Schoß legt und die Saiten wie bei einer Zither zupft. Mit der linken Hand zieht man den Stahlstab (daher “Steel”)  über die Griffleiste und erzeugt damit einen klagenden Klang. Die schwarzen Bluesmusiker sprechen vom Bottleneck-Stil, weil sie anstatt eines Stahlstabs einen abgebrochenen Flaschenhals verwendeten.
  

Später kam noch die Dobro-Gitarre hinzu, die durch einen mechanischen Resonator verstärkt wurde. Erbauer dieses Instruments waren die Gebrüder Dopyera aus Trnava in der heutigen Slowakei. Übrigens: In Trnava findet jedes Jahr das Dobrofest statt.

 

Die Dopyera Brothers waren fünf slowakische Einwanderer die zunächst bei der National String Instrument Company 1927 mit dem Gitarrenbau begannen. John, Rudy und Ed gründeten zwei Jahre später ihr eigenes Unternehmen Dobro.

Dobro Resonatorgitarre von Hohner

 Vergrößern CC Bodoklecksel


Heute gelten als klassische Country-Instrumente: Steelgitarre, Bass, Fiddle, Elektro-gitarre und akustische Gitarre.

Bob Wills setzte noch Saxophon und Trompeten ein, und kreierte den Western Swing. Der Klang entsprach einer Synthese aus Hillbilly zum einen und Big Band-Sound à la Glenn Miller zum anderen. Leider konnte sich diese Spielart nicht durchsetzen. Die größte Verbreitung hatte der Western Swing in Texas und Oklahoma. Speziell in Texas wird die Tradition des Bob Wills von vielen lokalen Countrykünstlern noch heute gepflegt.

Als Musik “dicht am Menschen” nahm die Countrymusic stets neue Strömungen auf, ohne ihren Charakter zu verlieren. In den dreißiger Jahren bewegte sich viel. Ein urtypisch amerikanischer Stil ist der Bluegrass, benannt nach Kentucky, dem “Blaugras”-Staat. Begründer dieses Musikstils war Bill Monroe, der ausschließlich akustische Instrumente zusammen mit hohem Gesangstil einsetzte.

Die klassischen Bluegrass-Instrumente sind heute: Mandoline, Gitarre, Banjo, Fiddle, Dobro, Bass.

Für Interessierte sind noch die Gebiete wie Cajun und Tex-mex zu erwähnen. Die Cajun Music geht auf französische Einwanderer zurück und hat als charakteristisches Merkmal französische Sprachelemente. Das dominierende Instrument ist das Akkordeon. Im Grenzgebiet zu Mexiko entstand die Tex-Mex Music. Zu den klassischen Country-Instrumenten kommen noch Trompeten und das Akkordeon hinzu. Selbstverständlich wird in den Liedern die spanische Sprache gepflegt.

Abschließend dazu noch ein paar Worte zur Folkmusic, die man noch als Randgebiet der Countrymusic nennen darf. In den sechziger Jahren schafften es einige Countrykünstler eine Brücke zwischen Folk und Country zu schlagen. Ein interessantes Beispiel ist John Denver, der sich selbst als Folk-, nicht als Countrysänger bezeichnet. 1975 wählte ihn die “Country Music Association” (CMA) zum “Entertainer des Jahres”. Sein Take Me Home Country Roads ist zu einem Standardtitel geworden.

 

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